Jeunesse - Musikalische Jugend Österreichs
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Jeunesse Über uns | Foto (c) Wesely
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28.4.: Gustav Mahler Jugendorchester | Karg
23.-25.4.: Österreich-Tournee | ALMA

Geschichte der Jeunesse

Jeunesse: Konzertkultur in Österreich - seit 1949

»Good concerts and much love to you, my dear younger Friends!« schrieb uns Leonard Bernstein, ein glühender Anhänger der Jeunesse und ihrer Idee, vor Jahren ins Stammbuch und beflügelte uns derart in der Vision, hochwertige Konzerte für möglichst viele Menschen ohne finanzielle und gesellschaftliche Barrieren anzubieten. Schon damals, 1989, war die Jeunesse mit eigenen Zweigstellen in allen Bundesländern vertreten. Zum 60. Geburtstag in der Saison 2009/10 verfügen wir über ein österreichweites Netzwerk, das uns mit jährlich rund 650 Konzerten nicht nur zum größten klassischen Konzertveranstalter Österreichs macht, sondern die künstlerischen und gesellschaftspolitischen Ideale der Gründung in eine moderne, überregionale Veranstalterstruktur übernimmt.

1949: Anfänge in Wien

Als Egon Seefehlner, der damalige Generalsekretär der Wiener Konzerthausgesellschaft, 1949 die Jeunesse Österreich gründete, befand sich das österreichische Musikleben der Nachkriegszeit in einer Aufbau- und Nachholphase. In dieser Situation lernte Seefehlner die Ideen des Belgiers Marcel Cuvelier kennen. 1941 hatte Cuvelier als Generalsekretär der Brüsseler Philharmonie die ersten Konzerte für junge Menschen organisiert und 1946 in Paris die »Fédération Internationale des Jeunesses Musicales« initiiert. Nach der Katastrophe, die Faschismus und Zweiter Weltkrieg verursacht hatten, sollte die Jugend wieder lernen, dass Musik zu den großen Gütern der Menschheit gehört. Vor allem sollte sie auch jene Musik kennen lernen, die aufgrund der politischen Repressionen lange Zeit verfemt war.

Sprungbrett in die Musikgeschichte | Junge Künstlerinnen und Künstler, renommierte Interpreten

Zunächst öffnete Egon Seefehlner in Wien Abonnementkonzerte im Wiener Konzerthaus und Musikverein Wien für ein junges Publikum und holte prominente Musiker und Ensembles wie Erich Kleiber, Igor Markevitch, Wilhelm Furtwängler und die Wiener Philharmoniker zur Jeunesse. Anfang der 1950er-Jahre wurden auch junge Interpreten und Komponisten wie Alfred Brendel, Friedrich Gulda, Friedrich Cerha und Kurt Schwertsik in die Gestaltung spezieller Zyklen mit zum Teil unorthodoxer Programmierung einbezogen und profitierten derart vom »Sprungbrett in die Musikgeschichte«. Zu den Ensembles, die in enger Zusammenarbeit mit der Jeunesse entstanden, gehörten in der Folge der Wiener Jeunesse Chor und das Wiener Jeunesse Orchester.

Eine Idee inspiriert ganz Österreich | Das Jeunesse-Netzwerk

Den Anfang machte 1951 Linz (OÖ), und von da an hat sich das Jeunesse-Netzwerk über Salzburg und Graz kontinuierlich auf ganz Österreich ausgeweitet. 1963 fanden bereits in zwölf Städten Konzerte statt. In der laufenden Saison präsentiert die Jeunesse in 23 Zweigstellen über 650 Musikveranstaltungen, wobei der Bogen von Klassik über Jazz, World Music, Neue Musik und Konzerte für Kinder und Jugendliche reicht. Das österreichweite Veranstalter-Netzwerk erweist sich dabei als ein besonderes Charakteristikum der Jeunesse. Es eröffnet den regionalen Jeunesse-Zentren die Möglichkeit, dem Publikum abwechslungsreiche und hochkarätige Programme vom Kinderkonzert bis zum außergewöhnlichen Konzert-Event anzubieten.

Konzerte für Kinder und Jugendliche

Wenn die Jeunesse heute auch international als führender Entwickler und Veranstalter von Kinder- und Jugendkonzerten gelten kann, so reichen die Anfänge dieser Initiativen bis in die 1970er-Jahre zurück. Damals organisierte die Jeunesse gemeinsam mit dem Kulturamt der Stadt Wien Konzerte für Schüler von Hauptschulen und Gymnasien. 1981/82 fanden die ersten Kinderkonzert-Zyklen in Wien statt, die bald auch in den Musikzentren der Bundesländer einen wichtigen Stellenwert erreichten. Derzeit veranstaltet die Jeunesse in ganz Österreich 45 Zyklen mit Kinder-, Jugend-, Schul- oder Familienkonzerten.

Jeunesse Musikcamps und interaktive Konzertformen

Seit 1986 erweitern die Musikcamps in den Sommerferien das Musikangebot der Jeunesse und sichern dem aktiven Musizieren einen festen Platz in der Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen. Interaktive Konzertreihen wie die Triolino-Konzerte für Kinder ab 3 Jahren sowie Workshops für Jugendliche eröffnen auch im Rahmen der Jeunesse-Konzerte vielfältige Möglichkeiten für künstlerische Teilnahme.

Jeunesse-Festivals und alternative Konzertformen

Kreativität und die Lust an neuen Konzert- und Kommunikationsformen prägten die Jeunesse von Beginn an. Schon in den 1950er-Jahren entwickelte die Jeunesse eine Vorliebe für extravagante Programmierungen: Zyklentiteln wie »High with Music«, »Nieder mit Musik. 5 musikfeindliche Veranstaltungen« oder »Hitparade« sind beredte Beispiele dafür. Der 1959 gegründete »Schallplattenclub der Jeunesse«, dessen Angebot ab 1966 bis in die 1970er-Jahre um eigene Schallplattenproduktionen erweitert wurde, Fernsehsendungen in 1970er-Jahren, je ein internationaler Kompositions- und Interpretenwettbewerb 1977 und 1978 sowie eine große Tradition an Kompositionsaufträgen kennzeichnen das umfassende Engagement der Jeunesse im Bereich der Musik und der Musikvermittlung.

Von 1990 bis 2006 bestimmten große, thematisch ausgerichtete Musikfestivals wesentlich das Profil der Jeunesse. Waren es in den ersten Jahren Komponistenporträts (Maurice Ravel, George Gershwin, Britten & Briten etc.), so dominierten seit Ende der 1990er-Jahre genre- und spartenübergreifende Themenfestivals: »Geheimnis Musik«, »Über Grenzen«, »In Trance«.

2008 entwickelte die Jeunesse das Konzept »KiC – Klassik im Club«, das junge Interpreten, eine DJ-Line und ein vorwiegend jugendliches Publikum am Badeschiff Wien in lockerer tmosphäre vereint. Zum 60. Geburtstag der Jeunesse fand am 3. Oktober 2009 zum ersten Mal der "Jeunesse-Tag im MQ" statt: auf einer Open-Air Bühne im Haupthof des MuseumsQuartiers Wien präsentierten bei freiem Eintritt verschiedene Künstler und Ensembles in über 20 Auftritten die volle Bandbreite des Jeunesse-Angebots.

 

 

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