Jeunesse - Musikalische Jugend Österreichs
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Jeunesse Programm
Jeunesse Weihnachtsabo | Musik ist ein Geschenk
16.1. | Katharina Hörmann
12.1. | Junge Deutsche Philharmonie

KATHARINA HÖRMANN: »LIEBE AUF DEN ERSTEN TON«

(c) Gerard Spee

Die junge österreichische Oboistin Katharina Hörmann ist gemeinsam mit dem Wiener Pianisten Maximilian Flieder im Zyklus »Kammerton« zu Gast. Im Interview mit Albert Seitlinger spricht sie u. a. über ihre Beziehung zur Musik, über ihr Instrument, die »Wiener Oboe«, und über die Kommunikation mit dem Publikum.

 

 

 

Katharina Hörmann stammt aus Wiener Neustadt und erhielt im Alter von acht Jahren den ersten Oboenunterricht. Mit 15 Jahren wechselte sie an die Wiener Musikuniversität (mdw) in die Klassen von Klaus Lienbacher und seit 2014 von Harald Hört, dem Solooboisten der Wiener Philharmoniker. Katharina Hörmann ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe, unter anderem des Hadamovski-, Eli Freud- und Anton Tyroler-Oboenwettbewerbs, und erzielte erste sowie Sonderpreise beim Landes- und Bundeswettbewerb »Prima la Musica«. 2015 wurde sie mit dem »Casinos Austria Rising Star Award« ausgezeichnet, der herausragende junge Musiktalente der mdw beim Start in eine professionelle Musikkarriere unterstützen soll.

Für die Jeunesse hat Katharina Hörmann ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt: u. a. mit Robert Schumanns Romanzen, Camille Saint-Saëns Oboensonate und der Sonate von Henri Dutilleux, einem Bravourstück mit wirbelnden Rhythmen und schillernden Klangfarben. Ihr musikalischer Partner am Klavier ist der Wiener Maximilian Flieder, ein Meisterschüler der Musikuniversität Wien und der Musikhochschulen Hannover und München.


Wann und wie bist du auf die Oboe gekommen?
Ich komme aus einer Nicht-Musiker-Familie. Daher war mir das Instrument vollkommen unbekannt, bis mir meine damalige Flötenlehrerin einmal auf einer Oboe etwas vorgespielt hat. Damals war ich 8 Jahre alt. Ich habe mich sofort in den Klang verliebt: Das war »Liebe auf den ersten Ton«. Diese Liebe ist geblieben und wächst nach wie vor Tag für Tag.

Wie äußert sich diese Liebe zur Oboe im Speziellen und zur Musik im Allgemeinen?
Meine grundsätzliche Faszination an der Musik liegt darin, dass man als Musiker mit dem Instrument eine unglaublich innige und enge Beziehung führt – man geht zusammen durch Höhen und Tiefen. Wenn ich in der Früh aufwache, sind die Oboe und die Musik oft Inhalt des ersten Gedanken, den ich habe – und so ist es auch abends beim Einschlafen. Es ist auch eine Art Abhängigkeit, aber nicht im negativen Sinne! Für mich war es schon immer so, dass ich, seitdem ich richtig in dieser Materie versunken und in sie eingedrungen bin, einfach nicht mehr ohne Musik sein wollte. Tage ohne Musik sind dementsprechend Tage, in denen sozusagen etwas fehlt, da die Musik für mich einfach etwas derart Wichtiges und Großes ist. Ich weiß es auch als wahres Privileg zu schätzen, dass ich die Möglichkeit habe, mich derart mit der Musik zu beschäftigen und Menschen meine Liebe zur Musik nahezubringen.

 

Du spielst ein besonderes Instrument, die »Wiener Oboe«, die heutzutage nur noch in den Wiener Orchestern zu hören ist.
Die Wiener Bauart hat einen etwas anderen Klang als die Französische Oboe. Eine besondere Herausforderung für die Wiener Oboisten ist der Rohrbau, also das Herstellen und Individualisieren der Mundstücke. Dieser Prozess ist von Anfang bis Ende dem Oboisten überlassen und nimmt viel Zeit in Anspruch; das kann durchaus eine ein bisschen haarsträubende Arbeit sein. Das Besondere an der Wiener Oboe ist, dass das Rohr etwas flexibler ist als bei der Französischen Oboe und dadurch mehr schwingt. Der Klang ist dadurch formbarer und erlaubt es, verschiedene und eigene Klangfarben zu erzeugen.


Die Grifftechnik unterscheidet sich auch, was die Schwierigkeit mit sich bringt, dass gewisse Stücke, gerade in der moderneren Musik, eher für die Griffe der Französischen Oboe geschrieben sind. Diese Stücke bereiten auf unserem Instrument zusätzliche technische Schwierigkeiten. Ich bin aber immer bereit, mich auch solchen Hürden zu stellen. Denn die Wiener Oboe kann mit ihren Klangfarben gerade auch bei Musik, die auf diesem Instrument sonst nicht gespielt wird, sehr schöne Wirkungen erzeugen.

Welche Musik spielst du besonders gerne?
Generell beschränke ich mich ungerne auf bestimmte Epochen. Ich möchte offen bleiben für jede Art von Musik. In unserem Programm für die Jeunesse-Konzerte stehen allerdings Stücke aus der Romantik im Mittelpunkt: mit wunderschönen Melodien, die aber auch sehr anspruchsvoll für die Luft- und Linienführung der Oboisten sind. Das Zusammenspiel mit dem Pianisten ist hier sehr wichtig, die Kommunikation und das Sich-aufeinander-Einlassen.

… auch mit dem Publikum?
Ja, beim Musizieren ist es mir sehr wichtig, den Zuhörerinnen und Zuhörern durch die Musik etwas zu geben und ihnen eine Geschichte zu erzählen – auf eine Art, die viel direkter und unmittelbarer und intuitiver sein kann, als durch Worte.

Was sind deine nächsten Pläne?
Vorrangig ist für mich derzeit, die nächsten Jahre noch so viel zu lernen wie möglich. Ich möchte mich und mein Spiel weiterentwickeln, damit ich möglichst frei auf dem Instrument bin und genau das machen kann, was man will. In der Musik hat man nie wirklich ausgelernt. Ich glaube auch, dass man an seinem Instrument nie sagen soll: Ich »kann« jetzt alles und bin mit allem fertig.

Bei den Jeunesse-Konzerten spielst du gemeinsam mit dem jungen Wiener Pianisten Maximilian Flieder. Wie habt ihr euch kennengelernt?
Maximilian habe ich durch die Stiftung »Live Music Now« kennengelernt. Diese karitative Organisation veranstaltet die Konzerte für Menschen, die aus diversen Gründen nicht die Möglichkeit haben, in die großen Konzertsäle der Welt zu gehen. Wir haben sofort gemerkt, dass wir beim Musizieren sehr gut harmonieren und das Zusammenspiel einfach funktioniert, als würde man sich schon lange kennen – man wirft sich gegenseitig Ideen zu, findet beim Spielen auf ganz natürliche Weise zusammen, inspiriert sich gegenseitig. Maximilian und ich sind beim Spielen einfach auf der gleichen Wellenlinie und haben ähnliche Vorstellungen vom Musizieren und von der Musik.

 

15.1. | Mo | 19:30 Uhr | Schwarzberg

16.1. | Di | 19:30 Uhr | Schwarzberg

JEUNESSE TIPP

Mo 22.01.2018 | 20.30 | Wien

Neue Wiener Stimmen | Wigelbeyer

Polay | Anonymus | Collins

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»LIEBE AUF DEN ERSTEN TON«

Oboistin Katharina Hörmann spricht im Interview über ihre Beziehung zur Musik, die »Wiener Oboe«, und über die Kommunikation mit dem Publikum.

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