Wer wir sind

Die Jeunesse

Die Jeunesse – Musikalische Jugend Österreichs ist der führende Musikveranstalter des Landes. Das breit gefächerte Programm umfasst u. a. die Genres Klassik, Weltmusik, Jazz, zeitgenössische Musik und avancierten Pop sowie ein umfangreiches Kinder- und Jugendprogramm.
Die Jeunesse engagiert sich vor allem für ein junges Publikum und für die Förderung junger Künstler*innen, denen sie am Beginn ihrer Karriere österreichweit professionelle Auftrittsmöglichkeiten und weiterführende Erfahrungen ermöglicht. Die Jeunesse ist Teil eines weltumspannenden Musiknetzwerks, der Jeunesses Musicales International. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Friedensprojekt gegründet und verfolgt als Non-Profit-Organisation keine kommerziellen Ziele.
In Wien und an 20 weiteren Standorten bietet die Jeunesse Österreich ein hochqualitatives, vielfältiges und innovatives Programm. Besonderes Augenmerk liegt auf einem musikalischen Bildungsangebot für Schulen: Die Jeunesse ermöglicht in den Formaten Musik zum Angreifen und Schulkonzert+ Schüler*innen in ganz Österreich einen niederschwelligen Zugang zum Musikerleben.

AKTIV MUSIK.ERLEBEN

Pro Saison bietet die Jeunesse österreichweit rund 600 Konzerte, interaktive Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an – in außergewöhnlichen Locations wie Burgen, Buchhandlungen, Galerien, Kirchen und auf öffentlichen Plätzen oder in renommierten Konzerthäusern wie dem Musikverein Wien, dem Wiener Konzerthaus, der Stiftung Mozarteum in Salzburg, dem Haus der Musik in Innsbruck und dem Schloss Esterházy in Eisenstadt.
Insbesondere in den mehr als 300 Kinder-, Jugend- und Schulkonzerten überzeugt die Jeunesse mit einem innovativen Musikvermittlungsangebot, welches – begleitet von Tanz, Schauspiel, bildender Kunst und Multimedia-Tools – das junge Publikum ab dem ersten Lebensjahr bis hin zu Jugendlichen mit altersgerechten Inhalten anspricht.
In zwei Sommer-MusikCamps bietet die Jeunesse jungen Musiker*innen im Alter von 9 bis 20 Jahren die Möglichkeit zum gemeinsamen Musizieren im Orchester, zur Fortbildung und zum Erfahrungsaustausch.

Geschichte der Jeunesse

Die Jeunesse – Österreichs führender Konzertveranstalter

»Good concerts and much love to you, my dear younger Friends!« schrieb uns Leonard Bernstein, ein glühender Anhänger der Jeunesse und ihrer Idee, vor Jahren ins Stammbuch und beflügelte uns derart in der Vision, hochwertige Konzerte für möglichst viele Menschen ohne finanzielle und gesellschaftliche Barrieren anzubieten. Schon damals, 1989, war die Jeunesse mit eigenen Zweigstellen in allen Bundesländern vertreten. Zum 70. Geburtstag in der Saison 2019|20 verfügen wir über ein österreichweites Netzwerk, das uns mit jährlich rund 600 Konzerten nicht nur zum führenden klassischen Konzertveranstalter Österreichs macht, sondern die künstlerischen und gesellschaftspolitischen Ideale der Gründung in eine moderne, überregionale Veranstalterstruktur übernimmt.

1949: Anfänge in Wien

Als Egon Seefehlner, der damalige Generalsekretär der Wiener Konzerthausgesellschaft, 1949 die Jeunesse Österreich gründete, befand sich das österreichische Musikleben der Nachkriegszeit in einer Aufbau- und Nachholphase. In dieser Situation lernte Seefehlner die Ideen des Belgiers Marcel Cuvelier kennen. 1941 hatte Cuvelier als Generalsekretär der Brüsseler Philharmonie die ersten Konzerte für junge Menschen organisiert und 1946 in Paris die »Fédération Internationale des Jeunesses Musicales« initiiert. Nach der Katastrophe, die Faschismus und Zweiter Weltkrieg verursacht hatten, sollte sich die Jugend wieder bewusst werden, dass Musik zu den großen Gütern der Menschheit gehört. Vor allem sollte sie auch jene Musik kennenlernen, die aufgrund der politischen Repressionen lange Zeit verfemt war.

Sprungbrett in die Musikgeschichte | Junge Künstlerinnen und Künstler, renommierte Interpreten

Zunächst öffnete Egon Seefehlner Abonnementkonzerte im Wiener Konzerthaus und Musikverein Wien für ein junges Publikum und holte prominente Musiker und Ensembles wie Erich Kleiber, Igor Markevitch, Wilhelm Furtwängler und die Wiener Philharmoniker zur Jeunesse. Anfang der 1950er-Jahre wurden auch junge Interpretinnen und Interpreten oder Komponisten wie Alfred Brendel, Friedrich Gulda, Friedrich Cerha und Kurt Schwertsik in die Gestaltung spezieller Zyklen mit zum Teil unorthodoxer Programmierung einbezogen und profitierten derart vom »Sprungbrett in die Musikgeschichte«. Zu den Ensembles, die in enger Zusammenarbeit mit der Jeunesse entstanden, gehörten in der Folge der Wiener Jeunesse Chor und das Wiener Jeunesse Orchester.

Eine Idee inspiriert ganz Österreich | Das Jeunesse-Netzwerk

Den Anfang machte 1951 Linz (OÖ), und in der Folge hat sich das Jeunesse-Netzwerk über Salzburg und Graz kontinuierlich auf ganz Österreich ausgeweitet. 1963 fanden bereits in zwölf Städten Konzerte statt. In der laufenden Saison präsentiert die Jeunesse in 22 Zweigstellen über 600 Veranstaltungen, wobei der Bogen von Klassik über Jazz, World Music, Neue Musik und avancierten Pop bis zu Konzerten für Kinder und Jugendliche reicht. Das österreichweite Veranstalter-Netzwerk erweist sich dabei als ein besonderes Charakteristikum der Jeunesse. Es eröffnet den regionalen Jeunesse-Zentren die Möglichkeit, dem Publikum abwechslungsreiche und hochkarätige Programme vom Kinderkonzert bis zum außergewöhnlichen Konzert-Event anzubieten.

Konzerte für Kinder und Jugendliche

Wenn die Jeunesse heute als führender Entwickler und Veranstalter von Kinder- und Jugendkonzerten gelten kann, so reichen die Anfänge dieser Initiativen bis in die 1970er-Jahre zurück. Damals organisierte die Jeunesse gemeinsam mit dem Kulturamt der Stadt Wien Konzerte für Schülerinnen und Schüler an Hauptschulen und Gymnasien. 1981|82 fanden die ersten Kinderkonzert-Zyklen in Wien statt, die bald auch in den Musikzentren der Bundesländer einen wichtigen Stellenwert erreichten. Mit den interaktiven Formaten »Triolino« (für Kinder von 3 bis 6 Jahren) und »Cinello« (für Kinder von 1 bis 3 Jahren) entwickelte die Jeunesse ab dem Jahr 2000 neue Konzertreihen, die zunächst in Wien experimentelle Impulse setzten und – an unterschiedlichen und außergewöhnlichen Spielstätten wie Theatern und Museen – in Interaktion mit der Stadt traten. Heute bietet die Jeunesse österreichweit Kinder- und Jugendproduktionen an, die im Rahmen des Jeunesse-Stufenbaus für jedes Alter und jede Entwicklungsstufe hochqualitative und altersadäquate Veranstaltungen bereithalten. Außerdem laden in ganz Österreich Familienkonzerte – und ab 2019 in Wien der neue Familienzyklus »Das klingende Wohnzimmer« – zum gemeinsamen Musikerleben ein.

Jeunesse MusikCamps und interaktive Konzertformen

Seit 1986 erweitern die MusikCamps in den Sommerferien das Musikangebot der Jeunesse und sichern dem aktiven Musizieren einen festen Platz in der Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen. Interaktive Konzertreihen wie »Cinello« und »Triolino« sowie die Workshops für Jugendliche und Erwachsene der Reihe »Mitten im Klang« eröffnen auch im Rahmen der Jeunesse-Konzerte vielfältige Möglichkeiten für künstlerische Teilnahme.

Jeunesse-Festivals und alternative Konzertformen

Kreativität und die Lust an neuen Konzert- und Kommunikationsformen prägten die Jeunesse von Beginn an. Schon in den 1950er-Jahren entwickelte die Jeunesse eine Vorliebe für extravagante Programmierungen: Konzertzyklen wie »High with Music«, »Nieder mit Musik. 5 musikfeindliche Veranstaltungen« oder »Hitparade« sind beredte Beispiele dafür. Der 1959 gegründete »Schallplattenclub der Jeunesse«, dessen Angebot ab 1966 bis in die 1970er-Jahre um eigene Schallplattenproduktionen erweitert wurde, Fernsehsendungen in 1970er-Jahren, je ein internationaler Kompositions- und Interpretenwettbewerb 1977 und 1978 sowie eine große Tradition an Kompositionsaufträgen kennzeichnen das umfassende Engagement der Jeunesse im Bereich der Musik und der Musikvermittlung. 

Von 1990 bis 2006 bestimmten große, thematisch ausgerichtete Musikfestivals wesentlich das Profil der Jeunesse. Waren es in den ersten Jahren Komponistenporträts (Maurice Ravel, George Gershwin, Britten & Briten etc.), so dominierten seit Ende der 1990er-Jahre genre- und spartenübergreifende Themenfestivals: »Geheimnis Musik«, »Über Grenzen«, »In Trance«.

2008 entwickelte die Jeunesse das Konzept »KiC – Klassik im Club«, das junge Interpreten, eine DJ-Line und ein vorwiegend jugendliches Publikum am Badeschiff Wien in lockerer Atmosphäre vereint. Zum 60. Geburtstag der Jeunesse fand am 3. Oktober 2009 zum ersten Mal der »Jeunesse-Tag im MQ« statt: Auf einer Open-Air Bühne im Haupthof des MuseumsQuartiers Wien präsentierten bei freiem Eintritt verschiedene KünstlerInnen und Ensembles in über 20 Auftritten die volle Bandbreite des Jeunesse-Angebots.

Fokus auf Musikvermittlung & junge Künstlerinnen und Künstler

In den letzten zehn Jahren hat die Jeunesse wesentliche Impulse im Bereich der Musik-vermittlung gesetzt. Neben den interaktiven Konzertformaten – von »Cinello« und »Triolino« bis zu »Das klingende Wohnzimmer« und »Mitten im Klang« – bietet die Jeunesse zwei erfolgreiche Projektreihen für Schulen an: »Musik zum Angreifen«, eine Musiktheaterreihe für Wiener Volksschulen, in der die Jeunesse auch als Produzent auftritt und aus der zahlreiche international erfolgreiche Produktionen hervorgegangen sind. Das neue Format »Schulkonzert+« bietet für Schülerinnen und Schülern der 9. bis 13. Schulstufe spannende Themenkonzerte mit umfangreichen Begleitprogrammen wie Workshops, Museumsbesuche und Backstage-Gespräche an. Schon die erste Produktion von »Schulkonzert+« konnte einen wichtigen Akzent setzen: In »Morgen muß ich fort von hier« brachten Burgschauspieler Cornelius Obonya und das Ballaststofforchester jene Künstlerinnen und Künstler, die nach dem »Anschluss« 1938 fluchtartig das Land verlassen mussten oder ermordet wurden, auf das Konzertpodium und ins Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler zurück.

Junge aufstrebende Musikerinnen und Musiker stehen bei der Jeunesse mehr denn je im Fokus: Seit 2017 präsentiert die Reihe »Start up!« die »Rohdiamanten« des heimischen Musikernachwuchses in halbstündigen Vorkonzerten bei freiem Eintritt. Darüber hinaus stand in der Saison 2018|19 die junge, international erfolgreiche Salzburger Cellistin Julia Hagen als erster »Featured Artist« mit Konzerten in ganz Österreich im Fokus des Jeunesse-Programms. 2019|20 folgten der Geiger Benjamin Herzl als »Featured Artist« und das junge Trio Artio als erstes »Featured Ensemble«.

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